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Rundgang Piazza Venezia

Piazza Venezia

Obwohl zentraler Verkehrsknotenpunkt im Zentrum Roms, dient die sehenswerte Piazza Venezia doch als Ausgangspunkt für die Erkundigung sowohl des antiken Rom als auch des Rom des Barock und der Renaissance, bis hin zum Neuzeitlichen Rom. Die Piazza Venezia ist nicht nur Verkehrsknotenpunkt sondern tatsächlich der geographische Mittelpunkt Roms. Hier treffen die großen Verkehrsadern Via del Corso, Corso Vittorio Emanuele II, Via Nazionale und Via IV Novembre zusammen.

Piazza Venezia

Palazzo Venezia

Via del Plebiscito 118, Bus 30, 40, 46, 62, 63, 64, 70, 81, 87, 186, 492, 628, 810, 916, Di-So 09:30-19:00, Tel: 06-69 99 43 18)

Der an der Westseite der Piazza stehende Palazzo Venezia eröffnet die Bauepoche der Renaissance in Rom. Er entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts für Kardinal Pietro Barbo, den späteren Papst Paul II. Der Palazzo war bis 1564 päpstliche Residenz und kam dann in den Besitz der Republik Venedig, daher der Name. 1797 gelangte der Palast an Österreich und 1916 an den italienischen Staat. Mussolini machte ihn zu seinem Amtssitz und hielt von dem Balkon aus seine Ansprachen an das Volk. In dem Appartemento Barbo, der einstigen Wohnung des Kardinals Pietro Barbo (Papst Paul II) und dem Appartemento Cybo, der Wohnung des Kardinal Giovanni Battista Cybo (Papst Innozenz VIII, 1484-1492) befindet sich das Museo di Palazzo Venezia mit einer bedeutenden Waffensammlung, einer Sammlung hervorragender Wandteppiche, sowie einer Sammlung hochwertiger Silberarbeiten und Holzschnitzereien.

Palazzo Venezia

Basilika di San Marco

Piazza San Marco, Bus 44, 63, 70, 75, 81, 87, 95, 160, 170, 204, 628, 630, 715, 716, 780, 781, 810, Mo-Sa 07:30-12:30 16:00-19:30, So 08:00-13:15 16:00-19:30, Tel: 06-679 52 05

Fast vollständig von dem Palazzo Venezia eingeschlossen und nur zur Südseite mit ihrer Hauptfassade in Erscheinung tretend ist die Basilica di San Marco. Gegründet wurde die Kirche bereits 336 von Papst Markus, dann aber unter Papst Gregor IV (828-844) weitgehend erneuert. Als Kirche der in Rom lebenden Venezianer wurde sie beim Bau des Palazzo Venezia in diesen integriert und dabei nochmals wesentlich verändert. Mitte des 18.Jahrhundert schließlich wurde das Innere barockisiert. In der Vorhalle findet man einig frühchristliche Grabsteine sowie rechts den Grabstein der Vannozza Caetani, der geliebten des Kardinal Rodrigo Borgia, des späteren Papst Alexander VI. Über dem Mittelportal eine von Isaia da Pisa im 15. Jahrhundert geschaffene Darstellung des Evangelisten Markus. Giovanino und Marco de`Dolci schufen die Kassettendecke der Basilika. Die Mosaiken der Apsis stammen noch aus der Zeit Gregor IV und zeigen neben Christus den, das Model der Kirche tragenden Papst Gregor IV. Der quadratische Heiligenschein kennzeichnet Papst Gregor als - zur Zeit der Entstehung des Mosaiks- noch Lebenden.

Links der Basilika schließt sich der Palazetto Venezia an. Dieser kleine Palast wurde von Papst Paul II als Gästehaus errichtet und stand ursprünglich zwischen dem Palazzo Venezia und dem Viktor Emanuel Denkmal. Da er aber den Blick auf das Denkmal verstellte, wurde er 1911 an seinen heutigen Platz versetzt. Die große Frauenbüste zwischen dem Palazetto und dem Palazzo Venezia ist eine antike Büste, vermutlich die Göttin Isis. Als Madama Lucrezia wurde sie vom römischen Volk zu einer der sprechenden Statuen Roms. Aus Symetriegründen hat man an der gegenüberliegenden Seite der Piazza Venezia in der Neuzeit den Palazzo di Assecurazione Generali errichtet. Sein Äußeres ist stark dem Palazzo Venezia nachempfunden. Auf der südlich anschließenden Piazzetta steht - gewissermaßen als Pendant zur Basilika di San Marco die kuppelgekrönte Kirche Santa Maria di Loreto aus dem 16. Jahrhundert. Nördlich des Palazzo Venezia, von ihm durch die Via del Plebiscito getrennt steht der Palazzo Doria Pamphili.

Basilika di San Marco

Palazzo Doria Pamphili

Piazza del Collegio Romano 2, Bus 64, 81, 85, 117, 119, 792, Fr-Mi 10:00-17:00, Tel: 06-679 73 23, www.doriapamphili.it

An diesem Palast wurde vom 15. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert ununterbrochen gebaut. Die Außengestaltung ist so im 17. Jahrhundert entstanden. Die Fassade zur Via del Corso wurde 1735 von Gabriele Valvassori vollendet, die Fassade zum Collegio Romano hin 1660 von Antonio del Grande, die Fassade zur Via della Gatta Ende des 19. Jahrhundert von Andrea Busiri Vici, die Fassade zur Via del Plebiscito im 16. Jahrhundert von Paolo Ameli. An der Gestaltung des Innenhofes war Bramante wesentlich beteiligt.

In dem Palazzo Doria Pamphili befindet sich heute die berühmte Galleria Doria Pamphili. Hier sind nicht nur die ausgestellten Gemälde sehenswert, auch vermittelt ein Rundgang einen guten Eindruck des Prunks der alten römischem Palazzi. Besonders beachtenswert in der Galerie sind die Gemälde: Ruhe auf der Flucht nach Ägypten (Caravaggio (1573-1610), Bildnis des Papstes Innozenz X (aus der Familie Pamphili, von Velazquez 1650)

Der Palazzo Doria Pamphili spart die vordere Ecke zur Via del Corso aus. In dieser ausgesparten Ecke steht der verhältnismäßig kleine Palazzo Bonaparte. Dieser 1660 erbaute Palazzo gelangte in den Besitz der Lätitia, Mutter Napoleons, welche hier 1836 starb. Der Napoleonische Adler erinnert daran. Neben der Palazzo Bonaparte beginnt die Via del Corso. Diese ehemalige Via Flaminia führt schnurgerade nach Norden bis zur Porta del Popolo, der früheren Porta Flaminia.

Palazzo Doria Pamphili

Monumento a Vittorio Emanuele II

Piazza Venezia, Bus 44, 63, 70, 75, 81, 87, 95, 160, 170, 204, 628, 630, 715, 716, 780, 781, 810, Mo-So 09:30-16:30

Nach Süden hin öffnet sich die Piazza Venezia zu dem Monumento a Vittorio Emanuele II, dem Viktor Emanuel Denkmal. Diese gigantische Denkmal wurde 1885 bis 1911 zur Erinnerung der Einigung Italiens - Risorgimento und zu Ehren des ersten Königs des geeinten Italiens, nämlich Viktor Emanuel II errichtet. Mit seiner Rückseite stößt es an den kapitolinischen Hügel. Das Monumetaldenkmal ist wohl eines der umstrittensten Bauwerke Roms. Vielen erscheint es zu aufdringlich, zu mächtig, das harmonische Gefüge der Umgebung störend. Anderen ist es eine willkommene Erinnerung an längst zerstörte Bauwerke der Antike. In der Tat wirkt der grell weiße Battocinimarmor und seine aufdringliche Monumentalität als störender Kontrast zum warmen Travertin der umgebenden Gebäude. Zentrum des Denkmales ist der Altare della Patria, der Vaterlandsaltar, im unteren Stockwerk. Hier befindet sich das Grab des unbekannten Soldaten mit dem ewigen Feuer und immer von zwei Soldaten bewacht. Darüber die Statue der Roma. Über allem thront das kolossale Reiterstandbild Viktor Emanuels II. Beiderseits führen große Freitreppen zu der oberen 72 Meter breiten Säulenhalle empor. Gekrönt wird diese Säulenhalle, von der man einen unvergleichlichen Ausblick auf das Stadtzentrum hat, von zwei Quadrigen.

Monumento a Vittorio Emanuele II

Die beiden Straßen zur Rechten und zur Linken des Denkmals führen uns auf direktem Weg in die Antike. Links beginnt die Via die Fori Imperiali, welche mitten durch die Kaiserforen bis hin zum Kolosseum verläuft, rechts die Via del Teatro di Marcello mit dem Zugang zum Kapitol. Da wir uns schon einmal hier im Herz des antiken Roms befinden, sollten wir mit einem Rundgang durch die Antike fortfahren. Es bieten sich uns hierzu drei Möglichkeiten. Entweder wir steigen rechts neben dem Viktor Emanuel Denkmal hinauf zum Kapitol und fahren mit dem Rundgang Kapitol Forum Romanum Palatin fort, oder wir biegen links um das Viktor Emanuel Denkmal in die Via dei Fori Imperiali ein und fahren mit dem Rundgang Fori Imperiali Colosseum fort, oder wir folgen der Via d. Theatro di Marcello und fahren mit dem Rundgang Aventin fort.


 
Texte & Photos: Dr. Michael Spiegel - Impressum
URL: http://www.rom-spiegel.de/rundgang-7.php
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