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Rundgang Piazza di Spagna, Pincio, Piazza del Popolo, Via del Corso, Via Condotti

Zur Piazza di Spagna gelangt man am besten mit der Roten Metropolitana Linea A. Die Linea A verläuft von Stazione Termini, Piazza della Republica, Piazza Barberini, Piazza di Spagna, Piazza del Popolo (Flaminia), Lepanto, Ottaviano, Vaticano. Die Piazza di Spagna liegt in dem verkehrsberuhigten Centro Storico. Hier verkehren direkt nur die kleinen Elektrobusse der Linien 116, 117, 119.

Piazza di Spagna

Die barocke Piazza di Spagna übt im modernen Rom eine unglaubliche Anziehung auf die Besucher aus. Kaum ein Besucher Roms, der nicht hierher kommt, meist am Abend, um auf der Treppe sitzend das bunte Treiben zu beobachten, sich mitreißen zu lassen. Der Platz hat die Form zweier Dreiecke, die sich an der Spitze berühren. An diesem so entstandenen Mittelpunkt des Platzes befindet sich der barocke Barkenbrunnen, die von Pietro Bernini (Vater des berühmten Lorenzo Bernini) 1627 - 1629 errichtete Fontana della Barcaccia. Die dargestellte gekenterte Barkasse markiert die Stelle, bis zu der die Wassermassen des Tibers bei einer Überschwemmung vordrangen.

Piazza di Spagna

Spanische Treppe, Scalinita delle Trinita dei Monti

Gegenüber der Fontana della Barcaccia beginnt die berühmte Spanische Treppe, die Scalinita delle Trinita dei Monti. Sie führt in mehreren geschwungenen Bögen hinauf zur gleichnamigen Kirche Trinita dei Monti. Die Pfeiler am Anfang der Treppe tragen das Wappen des Papstes Innozenz XIII (1721-1724) der den Bau der Treppe veranlaßte. Das Haus rechts der Treppe, in dem der englische Dichter John Keats starb, beherbergt das Museum für Keats und Shelley.(Piazza di Spagna 26,Metro Linea A Stazione Spagna, Bus 116, 117, 119, Mo-Fr 09:00-13:00 15:00-18:00, Sa 15:00-18:00,Tel: 06-678 42 35 www.keats-shelley-house.org ) Die südliche Begrenzung des Platzes bildet der Palazzo di Propaganda Fide. Unter Papst Urban VIII (1623-1644) errichtet ist er Sitz der 1622 gegründeten Propagandakongregation, der Zentrale der katholischen Weltmission. Der von Bernini begonnen Bau wurde von Borromini vollendet. Schräg gegenüber befindet sich in dem 1647 erbauten Palazzo di Spagna die spanische Botschaft beim heiligen Stuhl. Zwischen beiden Palästen erhebt sich die 1856 zur Erinnerung an die Verkündigung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis Mariens (1854) aufgestellte Marienäule, die Colonna dell`Immacolata.

Spanische Treppe

Wir steigen über die geschwungenen Bögen der Spanischen Treppe hinauf zur Piazza della Trinita dei Monti.

Trinita dei Monti

Hier oben stehen wir also auf der Piazza della Trinita dei Monti vor einem 1788 hier aufgestellten kleinen römischen Obelisken. Dahinter erhebt sich die Fassade der französischen Kirche Trinita dei Monti. Der Bau wurde 1495 bis 1485 auf Veranlassung und durch Unterstützung französischer Könige durch Carlo Maderna und Domenico Fontana errichtet. Im Inneren der Kirche befinden sich zwei eindrucksvolle Werke des Michelangelo Schülers Danielle da Volterra.

Trinita dei Monti

Über die Viale della Trinita die Monti, welche in die Viale Gabriele d Annunzio übergeht, gelangen wir zu der oberhalb der Piazza del Popolo gelegenen Piazza Napoleone I. mit dem Eingang zum Pincio.

Von der Piazza di Trinita die Monti, wie auch auf dem Weg hinüber zum Pincio bietet sich immer wieder ein grandioser Ausblick auf die uns zu Füßen liegende Altstadt zwischen der Piazza Venezia mit dem Viktor Emanuel Denkmal bis zur Piazza del Popolo, bis hinüber zum jenseitigen Tiberufer mit dem Justizpalast und dem Petersdom.

Villa Medici

Auf dem Weg hinüber zum Pincio und zur Piazza del Popolo kommen wir an der Villa Medici vorbei. 1455 von Annibale Lippi erbaut, ging die Villa 1605 in den Besitz des Kardinals Allessandro d`Ottaviano de`Medici, dem späteren Papst Leo XI. über. Die Villa kam in den Besitz der Großherzöge der Toskana und schließlich Frankreichs. 1803 überließ sie schließlich Napoleon der französischen Akademie, welche bis heute ihren Sitz hier hat. In den Brunnen vor der Villa ist eine Kanonenkugel eingebaut, welche die schwedische Königin Christine von der Engelsburg bis hierher an die Villa Medici geschossen haben soll.

Villa Medici

Gehen wir weiter, so gelangen wir zur Piazza Napoleone I, einem Balkon hoch über der Piazza del Popolo. Von hier aus können wir mit dem Rundgang fortfahren, in dem wir hinunter steigen zur Piazza del Popolo oder aber die Villa und Galleria Borghese besuchen

Piazza del Popolo

Die Piazza del Popolo, einer der größten Plätze Roms, wurde von Giuseppe Valadier (1762-1839) gestaltet. Die nördlich den Platz begrenzende Porta del Popolo entspricht der antiken Porta Flaminia, dem nördlichen Stadttor Roms. Hierher gelangten die Reisenden aus dem Norden über die Via Flaminia - die heutige Via del Corso - nach Rom. Die äußere Fassade wurde unter Pius IV (1559-1565) durch Michelangelo umgestaltet. Die Innenfassade, zur Piazza del Popolo hin wurde von Bernini 1655 zum Empfang der Königin Christine von Schweden, welche zum Katholizismus konvertierte, umgestaltet.

Piazza del Popolo

Santa Maria del Popolo

Piazza del Popolo 12, Metro Linea A, Stazione Flaminio, Bus 95, 117, 119, 490, 495, 926, Mo-Sa 07:00-12:00 16:00-19:00, So 07:30-13:30 16:30-19:30, Tel: 06- 361 08 36

Die Kirche Santa Maria del Popolo wurde errichtet wo in einem alten Nußbaum die Seele des verfluchten Nero hauste, bis der Baum von Papst Paschalis II (1009-1118) gefällt wurde und eine kleine Kapelle errichtet wurde. Weil diese Kapelle für das Volk dieses Stadtteiles zu klein wurde, hat Papst Gregor IX (1227-1241) sie zur heutigen Kirche Santa Maria del Popolo vergrößert. Vielleicht rührt der Name jedoch auch von einem Pappel Wald (lat. Popolus) her, der sich hier befand. Das Innere der Kirche wurde von Bernini 1658 umgestaltet. Beachtenswert sind die Capella della Rovere mit den Fresken der Anbetung des Kindes und den Grabmälern der Kardinäle Cristofero und Domenico della Rovere, die Capella Cybo 1682 bis 1687 von Carlo Fontana gestaltet mit den Gräbern des Lorenzo Cybo und des Kardinals Alderano. In der Cappella Cesari befindet sich Caravaggios Meisterwerke die Bekehrung des heiligen Paulus und die Kreuzigung des heiligen Petrus. In der von Raffael gestalteten Cappella Chigi schließlich ein Kuppelmosaik von Raffael.

Gegenüber der Kirche S. Maria del Popolo stehen die beiden barocken Zwillingskirchen Santa Maria del Montesanto (Mo-Sa 16:00-19:00, So 11:00-13:00, Tel: 06-361 05 94) und Santa Maria del Miracoli ((Mo-Sa 06:30-13:00 16:00-19:30, So 08:00-13:30 16:30-19:30, Tel: 06-361 02 50) welche 1662 bis 1675 beziehungsweise 1675 bis 1679 errichtet wurden.

Santa Maria del Popolo

Für den Rückweg zur Piazza di Spagna, wählen wir die Via del Corso (man kann auch durch die Via del Babuino oder die Via Marguita mit ihren Künstlerateliers und Antiquitätengeschäften zurück gelangen).

Gleich hinter der ersten Kreuzung befindet sich auf der rechten Seite die Casa Goethe, in der Goethe während seines Romaufenthaltes 1786 wohnte; Heute befindet sich hier das Goethe Museum und eine Galerie mit modernen deutschen Graphiken. (Via del Corso 18, Di-So 10:00-18:00, Tel: 06-32 65 04 12, www.casadigoethe.it ) Zwei Kreuzungen weiter steht links die kleine Kirche Gesu e Maria aus dem 17. Jahrhundert (Carlo Rainaldi) mit dem barocken Grabmal der Familie Bolognetti. Ihr gegenüber das Ospedale di S. Giacomo mit der gleichnamigen Kirche aus dem 16. Jahrhundert. In diesem Ospedale mußten sich die aus dem Norden anreisenden Pilger untersuchen lassen, bevor sie weiter in die Stadt hineingehen durften. Den Kranken wurde der weitere Zutritt verwehrt, Sie mußten erst hier im Ospedale di S. Giacomo genesen. Kurz vor der Kreuzung mit der Via Condotti, welche uns zurück zur Piazza di Spagna bringt, steht auf der rechten Seite die Kirche

San Carlo al Corso

Via del Corso 437, Bus 32, 81, 117, 492, 628, 926, Mo-So 07:00-19:00, Tel: 06-687 83 35

Sie entstand zwischen 1612 und 1684 als ehemalige Nationalkirche der Lombarden im wesentlichen durch Onorio und Martino Longhi und Pietro di Cortona. Letzterer schuf hier eine der größten und prächtigsten Kuppeln Roms. Bevor wir zur Spanischen Treppe zurückkehren wollen wir das hinter der Kirche San Carlo al Corso gelegene Mausoleum des Augustus besuchen.

San Carlo al Corso

Wir gelangen über den Largo d. Lombardi zur Piazza Augusto Imperatore.

Mausoleum des Augustus

Piazza Augusto Imperatore, Bus 81, 117, 492, 628, Einlaß nur mit schriftlicher Genehmigung vom Ufficio Monumenti Antichi e Scavi, Via del Portica d`Ottavia 26, 00186 Roma, Tel: 06-67 10 38 19, Fax: 06-689 21 15, www.comune.roma.it/cultura/

Das Mausoleum des Augustus gibt einen guten Eindruck, wie die Engelsburg, das ehemalige Mausoleum des Hadrian vor dem Umbau zu einem Kastell ausgesehen haben mag. Zwar diente auch das 28 v. Chr. von Kaiser Octavianus Augustus hier auf dem Marsfeld, also außerhalb der Stadt errichtete Mausoleum im 12.Jahrhundert als Festung der Familie Colonna, welche dann jedoch 1241 durch Papst Gregor IX eingenommen wurde. Von den baulichen Veränderungen aus dieser Zeit ist jedoch nichts mehr zu erkennen. Das Mausoleum bestand aus einem Unterbau mit einem Durchmesser von 87 Metern und einem darüber aufgeschütteten Erdhügel, mit zahlreichen Mauern und Stufen gegliedert, auf der Spitze eine Statue des Kaisers. Die beiden Obelisken, welche den Eingang flankierten, stehen heute vor dem Palazzo del Quirinale und vor der Kirche S. Maria Maggiore auf der Piazza del Esquilino.

Mausoleum des Augustus

Ara Pacis, Friedensaltar

Via di Ripetta, Bus 70, 81, 117, 119, 186, 628, wegen Renovierung geschlossen, Tel: 06-36 00 34 71

Dem Mausoleum gegenüber steht eines der bedeutendsten Meisterwerke der kaiserzeitlichen Bildhauerkunst. Die Ara pacis Augustae. Der Friedensaltar des Augustus wurde bei Bauarbeiten an dem Palazzo Fiano gefunden. Da bereits einige Teilstücke in früheren Jahren an verschiedene - auch ausländische Museen- gelangt waren, gelang die Rekonstruktion nur unvollständig. Die fehlenden Teile wurden durch Abgüsse der Originalteile ergänzt. Der Ara pacis wurde 13 v. Chr. Zu Ehren des Augustus für dessen Siege in Spanien und Gallien errichtet. Nach den genannten Kriegen begann für das römische Reich eine Friedenszeit, die Pax Augustea.

Friedensaltar

Zurück gehen wir über den Largo Schiavoni und die Via Tomacelli zum Largo Goldini, wo wir die Via del Corso überqueren und die Via Condotti betreten. Die Via Condotti wie auch die parallel verlaufenden Via Borgognona und Via d Carozze haben sich zu exklusiven Einkaufsstraßen für feinste italienische und internationale Designer Mode entwickelt. Man betritt diese Straßen also am besten ohne Kreditkarte in der Tasche.

Café Greco

Via Condotti 86, Metro Linea A, Stazione Spagna, Bus 81, 116, 117, 119, 492, Mo-So 08:00-20:30, Tel: 06-678 54 74

Ganz am Ende der Via Condotti, kurz vor der Piazza di Spagna befindet sich auf der linken Seite das berühmte Café Greco. Das 1760 von einem Griechen gegründete Café entwickelte sich alsbald zu einem Insidertreff unter Künstlern und Literaten(Goethe, Gogol, Berlioz, Boudelaire, Wagner). Gegen Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich darunter so viele Deutsche, daß das Café kurzzeitig sogar den Namen Deutsches Café trug. Sehenswert ist das Café heute wegen der immer noch hier befindlichen Gemäldegalerie.

Cafe Greco

Hier können wir den Rundgang beenden, oder aber wir erreichen über die Via d Propaganda Fide, Via San Andres d Fratte, Via Bufalo, Via Poli, Piazza Poli, Piazza Crociferi die Piazza di Trevi. Hier können wir den Rundgang Fontana di Trevi, Quirinal, oder den Rundgang Piazza Navona Pantheon in umgekehrter Reihenfolge anschließen.


 
Texte & Photos: Dr. Michael Spiegel - Impressum
URL: http://www.rom-spiegel.de/rundgang-6.php
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