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Rundgang Fontana di Trevi, Piazza del Quirinale

Für Touristen ein verkehrstechnisch wichtiger Platz ist der Piazza S Silvestro. An diesem großen Busbahnhof Mitten im Centro Storico und somit nahe an vielen wichtigen Sehenswürdigkeiten kommen zahlreiche wichtige Buslinien vorbei. Linie 62 (Piazza Barberini, Via del Tritone, Piazza Colonna, Via del Corso, Piazza Venezia, Corso Vittorio Emanuele, Castel San Angelo), Linie 117 (San Giovanni in Laterano, Colosseo, Via del Tritone, Piazza di Spagna, Piazza del Popolo, Via del Corso, Piazza Venezia, Colosseo, San Giovanni in Laterano), Linie116 (Villa Borghese, Piazza Barberini, Via del Tritone, Piazza Colonna, Piazza Venezia) Von der Piazza S. Silvestro gehen wir ein kurzes Stück die Via del Tritone entlang, bis sich rechts die Piazza Poli öffnet. Diese überqueren wir und gelangen durch die Via Poli und über die Piazza Crociferi zum Beginn des Rundgangs, der Fontana di Trevi.

Fontana di Trevi

Der überschwenglich üppig dekorierte Brunnen lehnt sich an die schmucklose rückseitige Fassade des Palazzo Poli, Wohnsitz der Herzöge von Poli an. Ursprünglich ließ Kaiser Agrippa im Jahre 19 v. Chr. Diese Wasserleitung , Aqua Vergine genannt, für seine nahe dem Pantheon gelegenen Thermen bauen. Eine Jungfrau (vergine) zeigte den Soldaten die Quelle in der Gegend von Salone, östlich von Rom, aus der heute noch das Wasser über die Aqua vergine nach Rom strömt. Papst Nikolaus V. (1447-1455) ließ die alte Wasserleitung in Stand setzen. Bereits 1453 schuf Leon Battista Alberti einen Brunnen an der Stelle der heutigen Fontana di Trevi. Zur Umgestaltung des Brunnens schrieb Papst Urban VIII (1623-1644) einen Architekturwettbewerb aus, den Nicolo Salvi gewann, der alsdann mit der Neugestaltung betraut wurde. Zur Finanzierung des Brunnens wurde eigens eine Weinsteuer eingeführt. Das Zentrum der monumentalen Brunnendekoration bildet ein dreitoriger römischer Triumphbogen. Vor diesem erhebt sich in einer Muschelschalle der Meeresgott Oceanos, von zwei Pferden, einem unbändigen, einem sanften gezogen. Gelenkt wird das Gefährt von Tritonen. Diese Skulptur wurde von Pietro Bracci (1700 - 1773 ) ergänzt. Die Statuen in den Äußeren Nischen sind links die Personifikation des Überflusses und rechts die Personifikation der Heilkraft, beide von Filipo Valle (1697-1768). Das Relief rechts zeigt die Jungfrau, wie sie den Soldaten die Quelle zeigt, das Relief links zeigt Agrippa der den Bau der Wasserleitung prüft.

80 000 Kubikmeter Wasser durchfließen den Trevibrunnen täglich, und danach die Brunnen auf der Piazza Farnese, der Piazza Navona und der Piazza di Spagna. Ein uralter Brauch besagt, daß man nach Rom zurückkehrt, wenn man rückwärts eine Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter in den Brunnen wirft. Die Kinder des Viertels verdienen sich durch das Einsammeln der Münzen ihr tägliches Eis.

Fontana di Trevi

Über die Via di Lavatore und dann rechts in den Vicolo Scanderberg gelangen wir zu dem

Museo delle Paste Alimentari

Piazza Scanderberg 117, Bus 52, 53, 61, 62, 63, 71, 80, 95, 116, 119, Mo-So 09:30-17:30, Tel:06-699 11 19

Das recht unterhaltsame Museum zeigt eine Vielzahl von Exponaten rund um das wichtigste Lebensmittel der Italiener, die Pasta. Man wird über die Herkunft die Herstellung und Verarbeitung, sowie die Formenvielfalt der Nudeln informiert. Weiterhin sind Nudeldarstellungen in Gemälden und Photographien zu sehen.

Museo delle Paste Alimentari

Vom Vicolo Scanderberg kommen wir in die Via d. Scalone und über die V. d. Dataria gelangen wir zur Piazza d. Quirinale.

Piazza del Quirinale / Palazzo del Quirinale

Dieser Hügel, der Quirinal war ursprünglich Teil der Sabinerstadt, aus der die frühen Römer ihre Frauen raubten. Diese Legende zeigt uns deutlich, daß die junge Siedlung an der Tiberinsel im Lauf der Jahre langsam mit den kleineren aber älteren umliegenden Siedlungen zusammenwuchs. Die hochgelegene Piazza del Quirinale ist heute wohl eine der eindrucksvollsten Roms. Die auf zwei Seiten von dem Palazzo del Quirinale und dem Palazzo della Consulata umgebene Piazza bildet nach Westen hin eine großartige Aussichtsterrasse. Der in der Mitte stehende Obelisk stammt aus dem Mausoleum des Augustus und wurde von Papst Pius VI (1775-1799) hier aufgestellt. Die beiden Dioskurenstandbilder wurden im 16. Jahrhundert in den nahegelegenen Konstantinsthermen gefunden und hier auf der Piazza del Quirinale aufgestellt. Vervollständigt wurde das Monument 1818 durch den Bau des Brunnens. Dessen Granitschale stand als Tränke vor dem Dioskurentempel auf dem Forum Romanum. An der Stelle des heutigen Palazzo del Quirinale standen früher vornehme Villen, darunter die Villa des Kardinals Ippolito d`Este. Mit dem Bau des Palastes wurde 1574 unter Papst Gregor XII begonnen. Vollendet wurde der Bau erst unter Papst Klemens XII (1730-1740). Aber bereits seit 1592 wurde der Palazzo als Sommerresidenz der Päpste benutzt. 1870 zogen die italienischen Könige ein und 1948 der italienische Staatspräsident. Eine Reihe namhafter Baumeister waren an dem imposanten Werk der Spätrenaissance beteiligt, darunter Ottaviano Mascherino (1524-1606), Carlo Maderna (1556-1629 und Ferdinando Fuga (1699-1781).

Die Ostseite der Piazza del Quirinale wird von dem Palazzo della Consulata begrenzt. Dieser ist unter Papst Klemens XII (1730-1740) erbaut und diente als päpstlicher Gerichtssitz, heute Sitz des italienischen Verfassungsgerichtes.

Piazza del Quirinale

Über die Via del Quirinale, entlang einem langgestreckten Anbau des Palazzo del Quirinale erreichen wir die Kirche Sant'Andrea al Quirinale.

Sant'Andrea al Quirinale

Via del Quirinale 29, Bus 71, 116,117, Mi-Mo 08:00-12:00 16:00-18:00, Tel: 06-48 90 31 87

Die zwischen 1658 und 1671 von Lorenzo Bernini geschaffene Kirche war Teil eines früheren Jesuitenkollegs. Architektur und üppige Ausstattung machen die Kirche zu einem der schönsten Barockräume Roms. Besondere Beachtung verdienen: Das Martyrium des Apostel Andreas (1668 Borgognone) in der Kapelle des Hochalters, Bilder aus dem Leben des heiligen Franziskus (1706 Baciccia) in der ersten Kapelle rechts, die Leidensgeschichte Christi (1682 Giacinto Brandi) in der zweiten Kapelle rechts, der heilig gesprochene Jesuit Stanislaus Kostka (1687 Carlo Maratta) in der zweiten Kapelle links, daneben das Grabmal von Carlo Emanuel IV, König von Sardinien. Dieser überließ 1802 den Thron seinem Bruder Vittorio Emanuele I (Vater des Vittorio Emanuele II, dem ersten König des geeinten Italien) und trat in den Jesuitenorden ein und starb 1819 in dem benachbarten Jesuitenkloster.

Sant' Andrea al Quirinale

Am Ende der Via del Quirinale an der Kreuzung mit der Via del Quattro Fontane steht rechts die kleine Kirche San Carlo alle Quattro Fontane, das wohl eigenwilligste Werk des Francesco Borromini (1599-1667).

San Carlo alle Quattro Fontane

Via del Quirinale 23, Bus 71, 116,117, Mo-Sa 10:00-13:00 15:00-18:00, Tel: 06-488 32 61

Beachtenswert sind die Ausblicke die sich von der Kreuzung Via della Quirinale und Via del Quattro Fontane eröffnen. Nach Nordwesten der Obelisk vor der Kirche Trinita die Monti, nach Südwesten der Obelisk auf der Piazza del Quirinale, nach Südosten den Obelisken auf der Piazza del Esquilino und nach Nordosten die Porta Pia.

San Carlo alle Quattro Fontane

Wir können den Rundgang hier beenden oder mit dem Rundgang Via Veneto fortfahren. Dazu gehen wir ein kurzes Stück die Via d Quattro Fontane hinunter bis zur Piazza Barberini.


 
Texte & Photos: Dr. Michael Spiegel - Impressum
URL: http://www.rom-spiegel.de/rundgang-5.php
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