Il Gesu
Piazza il Gesu, Bus 46, 62, 64, 70, 81, 87, 186, 492, 628, 810, Mo-So 06:00-12:30 16:00-19:15, Tel: 06-69 70 01
Diese große Kirche ist einerseits richtungsweisend für den barocken Kirchenbau, andererseits ein Prototyp des sogenannten Jesuitenstils. Die neue Kirchenform verschmilzt den Zentralbau der Renaissance mit dem mittelalterlichen Langhaus zu einem mehr oder weniger längs gerichteten Kuppelbau. Dieser wird dem wesentlichen Bedürfnis der Jesuiten, eine Predigerkirche zu haben gerecht. Beachtet man die fast wie abgetrennte Räume wirkenden Seitenkapellen, so erkennt man, daß dieser Bau auch der zweiten Aufgabe der Jesuiten, der intensiven Seelsorge sowohl mit dem Einzelnen (Beichte), als auch mit der Gruppe (Exerzitien) gerecht wird. Der Bau wurde 1568 von Vignola begonnen und nach dessen Tod 1573 von den Jesuiten selbst mit Hilfe Giacomo della Portas 1575 vollendet. Der Innenraum wurde bei Renovierungen im 17.Jahrhundert und im 19. Jahrhundert erheblich verändert.
Großartig die Fresken im Tonnengewölbe des Langhauses mit dem Triumph des Namen Jesu sowie die Fresken der Kuppel mit Patriarchen, Evangelisten, Kirchenlehrern und Engel uns schließlich der Apsis mit der Anbetung des Lammes. Alle wurden zwischen 1669 und 1685 von Baciccia geschaffen.
Im angedeuteten Querhaus rechts der Altar des Franziskus Xaverius 1674-1678 nach Entwürfen von Pietro da Cortona geschaffen. Daneben zum Altar hin die Capella del S. Cuore von Giacomo della Porta mit Fresken von Baldasare Croce (1558-1628).
Der neoklassizistische Hochaltar (1834-1843 von Antonio Sarti).
Links neben dem Hochaltar die Capella di S. Maria degli Astalli mit einem Altarbild aus der früher an dieser Stelle stehenden Kirche S. Maria degli Astalli aus dem 15. Jahrhundert. Daneben schließlich die Capella di S. Ignazio di Loyala. Unter dem 1696-1700 geschaffenen Ignatiusaltar befindet sich das Grab des Ignatius di Loyala. Grabmahl und Altar sind überaus prunkvoll. Der Sarkophag besteht aus Goldbronze, die großen Säulen sind mit Lapislazuli verkleidet. Die Statue des Ignatius ist eine lediglich versilberte Kopie der aus massiven Silber geschaffenen Originalstatue, welche aber Papst Pius VI nach dem Vertrag von Tolentino als Reparationsleistung an Napoleon abliefern mußte. Im Giebel trägt eine der Putten die aus einem Lapislazuliblock geschaffene Weltkugel.
Die Südseite der Piazza il Gesu wird durch den Palazzo Cenci Bolognetti begrenzt. Die Fassade schuf Ferdinando Fuga (1699-1781).
Hier beginnt der Corso Vittorio Emanuele II der mit der Ponte Vittorio Emanuele II unweit der Engelsburg den Tiber überquert. Der Corso entspricht in seinem Verlauf der alten Via Papale, welche nach der Rückkehr der Päpste aus Avignon angelegt wurde. Sein heutigen Aussehen erhielt der Corso im wesentlichen nach dem Risorgimento, nach der Einigung Italiens im Jahre 1871.
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