Circus Maximus
Via del Circo massimo, Metro Linea B, Stazione Circo massimo, Bus 81, 160, 628, 715
Rom hatte vier Zirkusanlagen, um nur die wichtigsten zu nennen: den Circus Maximus als älteste solcher Anlagen, der jedoch erst mit dem Jahre 329 v. Chr. sein eigentliches Aussehen erhielt durch den Bau der carceres, der Stallungen, dem dann allmählich die architektonische Entwicklung der Anlage folgte. Im Jahre 221 v. Chr. wurde der Circus E'laminius gebaut, im ersten nachchristlichen Jahrhundert der des Caligula und Nero und schließlich der des Maxentius an der Via Appia.
Die Zirkusanlagen hatten eine lange, schmale Rennbahn, die in der Mitte durch die sogenannte spina geteilt wurde, einen schmalen Streifen, der mit Statuen, Obelisken usw. geschmückt war. Die Zuschauersitze befanden sich an den Längsseiten und einer der halbrunden Schmalseiten; die zweite Schmalseite nahmen die Stallungen ein, die von zwei Türmen flankiert wurden.
Der Circus Maximus war der berühmteste und größte dieser Anlagen. Er konnte eine Zuschauermenge von mehr als 250.000 Menschen fassen. Die Spina trug zwei große Obelisken, die sich heute auf der Piazza deI Popolo und auf der Piazza San Giovanni in Laterano befinden. Der Circus Maximus war 600 m lang und 200 m breit. Die Außenfront war dreigeschossig mit marmorverkleideten Arkaden. Unter den Arkaden im Erdgeschoss befanden sich Tavernen, Läden etc. Das Innere versetzte den Besucher durch seine Pracht in Sprachlosigkeit. Der erste Rang der cavea, der Sitzreihen, war aus Stein, die oberen Ränge aus Holz. Im Halbrund befand sich der Eingang in Form eines Triumphbogens mit drei Durchgängen. Kaiser Domitian hatte ihn im Jahre 81 n. Chr. zu Ehren des Titus errichten lassen. Auf der gegenüberliegenden Seite befanden sich die carceres, die Ställe, von wo aus das Startsignal ertönte.
Die Spina war 214 m lang, und jeder Wagen mußte sie siebenmal umlaufen, was einer Länge von 1.600 m entspricht. An den Enden der Spina befanden sich die metae, die Startplätze, sowie sieben Bronzeeier und sieben bronzene Delphine. Auf der Spina standen ein kleiner Tempel für den Gott Consus und die Göttin Pollentia und andere Götterstandbilder, die für den Sport zuständig waren, sowie die beiden schon erwähnten Obelisken. Zur Zeit von Cäsar und Augustus fanden hier auch Spiele mit Elefanten statt, und zu diesem Anlaß ließ Cäsar nicht nur den Circus selbst erweitern, sondern auch einen die Piste umlaufenden Wassergraben zum Schutz der Zuschauer bauen.
Den zahlreichen Überlieferungen, die uns erhalten geblieben sind, ist zu entnehmen, daß der Circus Maximus ungefähr 240 Tage im Jahr in Betrieb war, so groß war die Zahl der Feiertage oder der von den Römern gefundenen Vorwände, um Pferderennen in allen nur möglichen Variationen stattfinden zu lassen. So mußten die Wagenlenker denn auch nicht nur gute Reiter sein, sondern auch fähig, an anderen Spielen teilzunehmen, wie Balanceakten, dem Sprung auf ein anderes Pferd, an bigae, einem Rennen mit zwei vorgespannten Pferden, oder sie mußten im vollen Galopp ein Kleidungsstück von der Piste aufraffen, oder im Stehen lenken usw. Man dachte sich jedes nur mögliche Mittel aus, um die Rennen schwieriger und spannender zu machen. Wir wissen, daß z. B. unter Augustus 12 Rennen pro Tag stattfanden; unter Caligula wurden es 34 täglich, unter den Flaviern ,100. Alle Römer und auch alle Besucher Roms besuchten den Circus. Es war ein Treffpunkt für das gesellschaftliche Leben, selbst für den Kaiser. Diese Rennen im Circus wurden so populär, daß sie eines der vorherrschenden Motive der figurativen Kunst Roms bildeten. Mosaiken, Basisreliefs, Statuen, ja sogar Sarkophage zeigten Abbildungen der Spiele, sowohl als Gesamtdarstellungen wie in der Darstellung einzelner Szenen und Persönlichkeiten. Tüchtige Jockeys wurden mit Gold aufgewogen. Auch wenn sie von einfachem Herkommen waren, konnten sie Ruhm und Reichtum erringen. In kürzester Zeit, höchstens in sechs oder sieben Jahren, erwarben sie sich außerordentliche Vermögen; ein gewisser Diocles setzte sich, nachdem er 3000 zweispännige und 1450 vierspännige Rennen gewonnen hatte, mit der erstaunlichen Summe von 35.000.000 Sesterzen zur Ruhe, nach heutiger Währung ein Betrag von mehreren Millionen. Man sollte jedoch nicht vergessen, daß der Ruhm dieser Jockeys nicht nur von ihrer physischen Leistung herrührte, sondern auch von den Risiken, die sie eingingen. In der Tat starb ein Großteil von ihnen in der Blüte ihrer Jahre. Die Pferde wurden ganz besonders gepflegt und ernährt, sie hatten alle ihr pedigree, und ihre Ehrenurkunde. Ihre Popularität war so groß, daß sie bis in die fernsten Winkel des Imperiums drang: in Afrika wurde ein Mosaik entdeckt, das uns den schönsten Beweis der Liebe zu diesen schönen Tieren liefert: "Ob du gewinnst oder nicht, wir lieben dich. Polidoxus".
Oberhalb des Parco del Circo Massimo liegt die Piazzale Romolo e Remo. Von hier aus hat man einen grandiosen Blick über den Circus maximus und die dahinter liegenden Ruinen des Palatin.
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