Augustus-Forum
Augustus setzte die Politik großzügiger Stadtplanung fort, indem er weitere private Wohnbezirke zwischen der Suburra und dem Cäsar-Forum enteignen ließ. Dort entstand dann 42 v. Chr. sein eigenes Forum, sowie der Tempel des Mars Ultor (der rächende Mars), von dem der Kaiser selbst in seiner Autobiographie spricht. Die Arbeiten wurden von dem erbeuteten Kriegsgut bezahlt. Das Forum war als großer rechteckiger Platz angelegt (125 x 90 m), an den Seiten befanden sich zwei überdachte Säulengänge in Halbkreisform von 33 m Höhe, mit korinthischen Säulen und Karyathiden. Die Arbeiten zogen sich jahrelang hin, und als das Forum endIich im Jahre 2 v. Chr. eingeweiht wurde, war es immer noch nicht fertig: die Arbeiten dauerten danach noch fast ein Jahrhundert an. Tiberius ließ dort im Jahre 19 n. Chr. zwei Triumpfbögen bauen, für Drusus und Germanicus. Hadrian erweiterte und restaurierte das Forum. Es befanden sich dort auch zahlreiche Kunstwerke, so eine Apollo-Statue aus Elfenbein sowie eine Bronzequadriga, die Augustus vom Senat zum Geschenk erhalten hatte. In den Halbkreisbögen hatte Augustus die Statuen der berühmtesten Heerführer Roms aufstellen lassen, von Äneas bis zu seiner Zeit, und jede Statue trug eine Ehreninschrift. Besonderes Interesse galt dem Standbild des Julius Cäsar, im Tempel wurde sein Schwert als Reliquie verehrt. Laut Dion Cassius waren die Statuen aus Bronze, die Historia Augusta beschreibt sie dagegen als Marmorstatuen.
Der Tempel des Mars Ultor war im italischen Stil gebaut: ein Peripteros zog sich an drei Seiten hin, mit acht korinthischen Säulen an jeder Seite, die auf einem marmorverkleideten Sockel von ca. 3,55 m Höhe standen. Eine Stufenreihe führte zur Fassade, in deren Mitte der Opferaltar stand. In der Apsis waren die Statuen von Mars und Venus. Neben dem Tempel befand sich die Halle des Colossus Augustus (der Kolossal-Statue des Augustus) und an den Wänden, die mit gelbem, buntem und afrikanischem Marmor verkleidet waren, müssen sich die vier von Plinius erwähnten Gemälde befunden haben, von denen zwei von dem legendären Apelles gestammt haben sollen.
Um diese herrlichen und kostbaren Kunstwerke vor den Bränden zu, schützen, die so häufig in den überbevölkerten Vierteln der Suburra ausbrachen, vielleicht auch um nicht den häßlichen Anblick ertragen zu müssen, ließ Augustus um, das Forum eine Mauer aus feuerfestem Material (Peperino und Gabii Gestein) aufführen.
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